Friedhof im Umsiedlungsstandort Inden / Altdorf


Gestaltungsplanung

Projektdaten
Auftraggeber: Gemeinde Inden
Plangebietsgröße: 18.000 m²
Baukosten: 400.000 €
Bearbeitungszeitraum: 1989-1994
ausführende Firma: Fa. Weindorf, Hürtgenwald
Architekt Aussegnungshalle: Architekturbüro Johannes Schoeller, Langerwehe
Diashow - Bilder der fertiggestellten Anlage (Frühjahr 2002)
 

Im Rahmen der Umsiedlung der Ortsteile Inden und Altdorf im Zuge der Fortführung des Braunkohlentagebaues Inden muss auch der kommunale Friedhof von Inden neu angelegt werden.

Der Friedhof befindet sich am nordwestlichen Ortsrand des Umsiedlungsstandortes in der Indeaue und ist durch den vorhandenen Grünzug eines ehemaligen Bahndammes vom Siedlungsbereich optisch getrennt.

Ausschnitt aus dem Grünordnungsplan

Friedhöfe sind Stätte des Totenkults, hier wird den Verstorbenen würdevoll gedacht. Sie werden daher nicht in einer Grünanlage “versteckt”, sondern treten selbstbewusst in Erscheinung.

Aufgrund der Lage in der Indeaue und dem damit verbundenen hohen Grundwasserstand muss der Friedhof aufgeschüttet werden, um die Verwesungs-fähigkeit des Bodens zu gewährleisten. Hierdurch erhebt er sich ca. 1,3 m aus der Auenlandschaft und wird von weitem deutlich erkennbar. Die notwendigen Böschungen sind gradlinig ausgeformt und unterstreichen die künstliche Form. Oberhalb der Böschungen steht eine ca. 1,2 m hohe Schnitthecke, die die klare Form betont.

Entwurf

Die Friedhofsplanung baut auf den folgenden Achsen auf:

  • Dorfgemeinschaft
  • Aussegnungshalle
  • Friedhofsportal
  • Hochkreuz und
  • Auenlandschaft

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Architekten der Aussegnungshalle entsteht eine Einheit, wobei alle Elemente sich gegenseitig ergänzen.

Grabfeld mit Bepflanzung (Modell)

Der Friedhof gliedert sich in 6 Grabfelder, die jeweils eine eigene Einheit bilden. In Zentrum dieser Einheiten befindet sich ein kleiner Platz mit Sitzmöglichkeit, Wasserstele und Abfallbehälter. Innerhalb jedes Grabfeldes sind Flächen für Kinder-, Urnen-, Reihen- und Wahlgräber vorhanden. Diese können anteilsmäßig variiert werden.


Gemeinschaftsgrabanlage mit
Hochkreuz (Modell)

Bedingt durch die Umsiedlungsmaßnahme, ist auf dem Friedhof eine Gemeinschaftsgrabanlage vorgesehen, in dem die sterblichen Überreste der Verstorbenen bestattet werden, die auf dem neuen Friedhof nicht über ein eigenes Grab verfügen (z.B. nach Ablauf der Nutzungsfrist). Diese Gemeinschaftsgrab-anlage befindet sich als “Hügel” am Ende der Hauptachse. Als Symbol für diese Anlage als auch für den gesamten Friedhof steht an dieser Stelle das Hochkreuz.

Gemeinschaftsgrabanlage mit Hochkreuz

Um die Gemeinschaftsgrabanlage herum wurden auf eine in die Böschungsfläche angelegte Zwischenberme die Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Kriegsgräber) angeordnet. Diese Gräber werden vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. angelegt und gepflegt.

Friedhofzufahrt Gemeinschaftsgrabanlage und Kriegsgräber



 
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