Abgrabung am "Steinacker" in Müddersheim


landschaftspflegerischer Begleitplan

Projektdaten
Auftraggeber: Freiherr von Geyr´sche Verwaltung
Plangebietsgröße: 9,76 ha
Bearbeitungszeitraum: 1996-1997
 

Nordwestlich von Müddersheim, einem Ortsteil von Vettweiß, ist eine Abgrabung für die Gewinnung von Ton, Sand und Kies geplant. Das Abgrabungsgebiet, das eine Fläche von insgesamt 9,76 ha umfasst, liegt entlang der L 33, nördlich des Neffelbaches. Zum Abgrabungsantrag ist ein landschaftspflegerischer Begleitplan erarbeitet worden.

Bestand

Die Vegetation innerhalb des geplanten Abbaubereiches wird von der Nutzung des Geländes als Acker stark beeinflusst. Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung sind begleitende Krautfluren kaum ausgebildet. Im weiteren Umfeld sind die waldähnlichen Bestände entlang des Neffelbaches und nördlich des Ortsrandes von Müddersheim sowie die straßenbegleitendem Pflanzungen entlang der L 33 als Vegetationsstrukturen von Bedeutung.

Abgrabungsbereich
Maßnahmen während der Abgrabung

Die Abgrabung wird in 6 Abbauabschnitte aufgeteilt. Die gesamte Zeitdauer der geplanten Abgrabung beträgt voraussichtlich 18 bis 20 Jahre. Die Abgrabung beginnt im Südwesten mit Abbaurichtung nach Nordosten. Nach dem Abbau des jeweiligen Abschnittes über einen geplanten Zeitraum von 3 bis 4 Jahren ist eine Verfüllung des jeweiligen Abschnittes auf ursprüngliches Niveau vorgesehen. Die Verfüllung dauert ebenfalls 3 bis 4 Jahre, so dass nach 7 bis 8 Jahren die jeweils betroffene Fläche wiederhergerichtet ist und als Acker genutzt werden könnte.

Ausschnitt Feuchtbiotop

Die aus der Grube stammenden Niederschlags- und ggf. anfallenden Sümpfungswässer werden in einen innerhalb der Abgrabung gelegenen Schönungsteich geleitet und anschließend dem in der Ausgleichsfläche gelegenen Feuchtbiotop zugeführt. Ein noch zu erstellender Graben führt überschüssiges Wasser dem Neffelbach zu.

Rekulivierung

Zur Rekultivierung der Abbauflächen ist vorgesehen, die Landschaft gemäß ihrem Ausgangszustand wiederherzustellen. Dazu werden die Abbauabschnitte auf das ursprüngliche Niveau verfüllt und zur landwirtschaftlichen Nutzung aufbereitet.

Nördlich der Neffelbachaue ist eine ca. 1,9 ha große Fläche als breiter (Biotop-) Verbundstreifen vorgesehen, der zur Kompensation des Bodenverlustes und der Beanspruchung des Lebensraumpotentials dient. Der Ableitungsgraben zum Neffelbach bleibt auf Dauer erhalten und kann Funktionen als Wanderkorridor für u.a. Amphibien zwischen Neffelbach und Feuchtbiotop übernehmen, auch wenn die Wasserspeisung durch u.a. Sümpfungswässer eingestellt wird. Dadurch, dass der Großteil der Maßnahmen zur Wiederherstellung bereits bei Abgrabungsbeginn und der restliche Teil im Rahmen der Rekultivierung des 1. Abbauabschnittes realisiert wird, stehen dem Naturhaushalt in kurzer Zeit (4-8 Jahre) alle Kompensationsmaßnahmen zur Verfügung, zu einem Zeitpunkt, zu dem der Eingriff weniger als 35 % durchgeführt ist. Diese "Vorleistung" trägt zur landschaftsökologischen Verträglichkeit des Vorhabens bei.










 
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