Bodenfilteranlage Bovert in Meerbusch-Osterath


landschaftspflegerischer Begleitplan

Projektdaten
Auftraggeber: Stadt Meerbusch
Straßen und Kanäle
Plangebietsgröße: 1,3 ha
Bearbeitungszeitraum: 2003
Technische Planung: Dr.-Ing. Bernd Diering GmbH, Aachen


 

Die Stadt Meerbusch betreibt im Ortsteil Osterath zum überwiegenden Teil eine Mischwasserkanalisation mit einer Einzugsgebietsgröße von ca. 316 ha. Die Abwasserreinigungsanlage für das Einzugsgebiet Meerbusch-Osterath ist die Kläranlage Düsseldorf-Nord. Die von Osterath stammenden Mischwässer werden über das zentrale Schmutzwasserpumpwerk Bovert sowie über einen Transportsammler dorthin abgeleitet. Zur Steuerung und Drosselung der Zuleitungsmengen zur Kläranlage dient die vorhandene Regenrückhalteanlage Bovert. Zur Zeit werden die abgeleiteten Mischwässer in dem 16.420 m³ großen Regenrückhalteraum Bovert zwischengespeichert und nahezu vollständig zur Behandlung dem Klärwerk gedrosselt zugeführt. Die dort vollbiologisch gereinigten Wassermengen gelangen dann in den Rhein.

Die Bodenfilteranlage soll zur Entlastung der Kläranlage das nicht-klärpflichtige Regenwasser nach weitgehender Reinigung stark gedrosselt in den Mühlenbach ableiten.

Bestands- und Konfliktplan

Der Untersuchungsraum wird durch eine anthropogene Nutzung gekennzeichnet. Schafweiden stellen den größten Flächenanteil dar. Diese Weiden zeigen durch Überdüngung und Trittschäden eine deutliche Artenverarmung. Im Westen wird die Vorhabensfläche von einer Waldfläche und im Osten durch eine Wohnsiedlung begrenzt. Im mittleren Teil der Vorhabensfläche befindet sich ein Garten mit Gemüsebeeten und Obstgehölzen. 
Eingriffe in Natur und Landschaft, die durch diese Maßnahme entstehen würden, konnten minimiert bzw. vermieden werden. Vermieden wurden Eingriffe, indem die notwendigen Anlagenteile zum Großteil innerhalb intensiv genutzter bzw. stark anthropogen beeinflusster Flächen vorgesehen sind. Durch die Festlegung möglicher Flächen zur Baustelleneinrichtung und Materiallagerung außerhalb der zu erhaltenden Bereiche kann ein weitgehender Schutz der vorhandenen und verbleibenden Vegetationselemente geleistet werden.

Maßnahmenplan

Durch die Errichtung der Becken werden über 3.000 m² Bodenoberfläche versiegelt. Dieser Eingriff wird durch die Bepflanzung der Filterbecken mit Schilf sowie das Herstellen eines Magerrasenbeckens minimiert. Auch durch die Materialwahl der Wege (Schotterrasen, Rasengittersteine) kann die Versiegelung des Bodens deutlich verringert werden. Eingriffe verbleiben hauptsächlich durch die Entfernung der im Garten befindlichen Obstgehölze und der waldähnlichen Flächen.

Neben den Minimierungsmaßnahmen wurden Begleitmaßnahmen - Maßnahmen am Becken selbst - vorgenommen. Es wurden unter anderen Böschungen mit Wildkräutern eingesät und auf den beiden vorhandenen (unterirdischen Becken flachwurzelnde Strauchgruppen (Schlehen) zur Strukturanreicherung gepflanzt. 

Kompensationsmaßnahmenplan

Für die Kompensationsmaßnahme steht ein in nur 3 km Entfernung gelegenes Grundstück zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um eine, innerhalb des Naturschutzgebietes "Ilvericher Altrheinschlinge" gelegene Ackerfläche, die in extensives Grünland umgewandelt werden soll. Durch diese Nutzungsänderung können sich die vorhandenen Auenböden wieder regenerieren. 



 
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