Ausbau der L 300 zwischen Urfeld und Widdig


landschaftspflegerischer Begleitplan

Projektdaten
Auftraggeber: Landesbetrieb Straßenbau NRW
Energie- und Wasserversorgung GmbH, Stolberg
Plangebietsgröße: 10 ha
Bearbeitungszeitraum: Juni - August 2004
 

Die L 300 stellt eine wichtige Verbindung zwischen Köln und Bonn dar. Der Ausbau dieser Straße zwischen den Ortschaften Urfeld und Widdig erfolgt zum Schutz der Wasserschutzonen II und IIIa des Wasserschutzgebietes Urfeld. Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine Straßenverbreiterung um jeweils 3 m, um das Eindringen von Schadstoffen in das Grundwasser zu verhindern (Spritzschutz). Diese versiegelten Flächen sollen als Rad- und Gehweg genutzt werden.

Im Zuge dieser Maßnahme erfolgt gleichzeitig der Ausbau der Anbindung der Burgstraße.

Bestands-, Konfliktplan (Ausschnitt)

Dem eigentlichen Planentwurf geht eine Bestandserfassung des zu betrachtenden Landschaftsraumes voraus. Zusätzlich werden die von der Planung berührten natürlichen Grundlagen, Schutzgebiete, bestehenden Flächennutzungen sowie Planungen Dritter erfasst und bewertet.

Die vorhandene Situation wird mit den zu erwartenden Auswirkungen des Leitungsbaus auf Natur und Landschaft verglichen, sowie die Schwere der Beeinträchtigung ermittelt. Zur Bewertung des Eingriffs und der Kompensation wird auf das landeseinheitliche Verfahren “Naturschutzrechtliche Eingriffsregelung bei Bundesfern- und Landstraßen gemäß BNatSchG und Landschaftsgesetz NRW - Eingriffsregelung Straße (E Reg Stra) gemäß Runderlass vom 25.02.1999 zurückgegriffen.

Aus den jeweiligen Beeinträchtigungen werden die konkreten landschaftspflegerischen Maßnahmen, zur Minimierung, zum Ausgleich und zum Ersatz der Eingriffsfolgen abgeleitet.

Der Untersuchungsraum ist durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung, die Siedlungsstruktur und Verkehrsbänder stark anthropogen überformt. Die Ackerflächen liegen in einer größtenteils ausgeräumten Landschaft zwischen den Ortsteilen. Allein im Bereich der Verkehrstrassen kommen vereinzelt höhere Vegetationselemente in Form von Gehölz und Baumstreifen vor. Teilbereiche der landwirtschaftlichen Flächen werden obstbaulich bzw. in Sonderkultur für die Weihnachtsbaumanzucht bewirtschaftet.

Ausschnitte des Bestands-, Konflikt- und Maßnahmenplan

Die nachhaltige Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes kann sich beim Straßenbau auf folgende Punkte erstrecken:

  • Beanspruchung von Vegetationselementen in Verbindung mit Beeinträchtigungen von Vegetationselementen neben der eigentlichen Trasse
  • Versiegelung lebenden Bodens
  • Vergrößerung vorhandener Trennungseffekte
  • zusätzliche Beeinträchtigung des Landschaftsbildes
  • Beanspruchung von Landschaftsteilen während der Bauphase

Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden wie folgt ausgewählt:

  • im räumlichen Zusammenhang mit dem Eingriff, wodurch auch eine Aufwertung des betroffenen Landschaftsbildes erzielt wird
  • teilweise in Anlehnung an vorhandene Flächen mit höherer Biotop- und -verbundsfunktion
  • mit beanspruchten Flächen entsprechenden Standortbedingungen
  • möglichst zusammenhängende Flächen
  • Rückzugsräume für Offenlandtierarten, dessen Lebenräume durch die geplanten Maßnahmen ergänzt werden
  • Berücksichtigung der in den Landschaftplänen vorgegebenen Entwicklungsziele für die Landschaft



 
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