Renaturierung des Helpensteiner Baches in Wildenrath


landschaftspflegerischer Begleitplan

Projektdaten
Auftraggeber: Entwicklungsgesellschaft Wegberg-Wildenrath mbH
Plangebietsgröße: 3,5 ha
Bearbeitungszeitraum: 1998
Wasserbauliche Planung: Ingenieurbüro Achten u. Jansen GmbH, Aachen
 

Im Rahmen der Nachfolgenutzung für die NATO-Airbase Wildenrath ist die Ansiedlung eines Prüfzentrums für Schienenfahrzeuge (Siemens-Testcenter) sowie eines Gewerbe- und Industriegebietes vorgesehen.

Im Geltungsbereich des entsprechenden Bebauungsplanes der Stadt Wegberg ist eine ca. 3,5 ha große Fläche zur Offenlage und zum naturnahen Ausbau des Helpensteiner Baches festgesetzt worden. In einem nachfolgenden Verfahren gem. § 31 Wasserhaushaltsgesetz wird die Planung konkretisiert. Aus einem erarbeiteten Leitbild für das Gewässer werden die geplanten Maßnahmen abgeleitet. 

Ausschnitt aus dem landschaftspflegerischen Fachbeitrag zum Bebauungsplan

Der Helpensteiner Bach stellte sich vor dem Umbau als begradigtes, mit Rasengittersteinen befestigtes Gewässer dar.  Die Wasserqualität war aufgrund der Einleitung der Startbahnentwässerung - im Winter mit Enteisungsmitteln - als stark belastet einzustufen. Da diese Nutzung, und somit auch die Einträge in das Gewässer, aufgegeben wurde, besteht nunmehr die Chance, das Gewässer ökologisch aufzuwerten.
Das Leitbild wird bestimmt durch die Ökosystemfunktionen des Gewässers. Hieraus geht hervor, dass der Helpensteiner Bach als grundwasserarmer, sommertrockener, organischer Bach mit Übergängen zum Sandbach anzusehen ist.

Landschaftspflegerische Maßnahmen

Die Linienführung des Gewässers orientiert sich im nördlichen Bereich an dem vorhandenen Waldbestand. Um hier Eingriffe zu vermeiden, beschränken sich die Ausbaumaßnahmen auf den unmittelbaren Bereich des vorhandenen Bachbettes. Durch eine verzweigte und kleinräumig stark bewegte Bachtrassierung entsteht eine abwechslungsreiche Linienführung.

Das geplante Gewässerprofil ist als doppeltes Trapezprofil zu bezeichnen. In einigen Abschnitten wird dieses Profil aufgeweitet, an anderer Stelle engt es sich auf das Mittelwasserprofil ein.  Das Niedrigwasserbett schlängelt sich in kleinen Bögen, unterbrochen von längeren Geraden, durch ein auf Mittelwasserniveau abgetragenes, ca. 5 m breites Profil. Es weitet sich auf, verzweigt sich und verengt sich wieder, wodurch die Voraussetzungen zu einer Umlagerung durch Eigendynamik des Gewässers gegeben sind.  Ein 5 m breiter und 2,5 m hoher Durchlass unter der Straße verbindet beide Bachabschnitte.

Durch die Entfesselung werden dem Bach Flächen zur Verfügung gestellt, die sich zu Lebensräumen für gewässerabhängige Tiere und Pflanzen entwickeln werden.  Der vorhandene Wald kann uneingeschränkt erhalten werden, wird jedoch im Rahmen der Eigenverlagerung des Gewässers zukünftig in Anspruch genommen.

Gestaltungsquerschnitt



 
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