XX. Weltjugendtag in Köln 2005 in Sankt Augustin-Hangelar


landschaftspflegerischer Begleitplan

Projektdaten
Auftraggeber: Weltjugendtag gGmbH Generalplaner: Hahn Helten WJT Generalplaner GmbH
Plangebietsgröße: 250 ha
Bearbeitungszeitraum: März - Juni 2004
Tierökologische Begleitung: Büro für Landschaftsplanung und angewandte Ökologie Dr. Raskin, Aachen
 

Vom 16. bis 21. August 2005 findet in Köln der XX. Weltjugendtag statt. Höhepunkt des Weltjugendtags sind Vigil und Abschlussfeier am 20. und 21. August 2005. Erwartet werden für die Abschlussfeier auf dem Flugplatzgelände Sankt Augustin - Hangelar 800.000 bis zu 1,3 Mio. Teilnehmer. Auch wenn die Veranstaltung selbst nur ein Wochenende dauert und somit nur temporären Charakter hat, ist davon auszugehen, dass Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft nicht ausgeschlossen werden können. Daher ist zum Bauantrag ein landschaftspflegerischer Begleitplan zu erarbeiten.

Bestands- und Konfliktplan (Übersicht) Bestands- und Konfliktplan (Ausschnitt)

Das insgesamt ca. 170 ha große Gelände umfasst den vorhandenen Flugplatz Hangelar sowie die nördlich davon gelegene rekultivierte Kiesgrube (Missionarsgrube). Im Gebiet befinden sich ca. 150 streng / besonders geschützte Tierarten, darüber hinaus sind ca. 40 ha des Flugplatzgeländes (Sandmagerrasen mit Heidenelkenfluren) als gesetzlich geschützte Biotope nach § 62 Landschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen (LG NRW) ausgewiesen.

Feuchtbereich der Missionarsgrube

Die potentielle Gefahr bei den Vorarbeiten sowie während des Weltjugendtages selbst besteht in dem Verlust von Tieren und Pflanzen sowie den Verlust von Lebensräumen durch Überfahren oder Trittbelastung. Um Beeinträchtigungen auf ein Minimum zu reduzieren, werden

  • Zeitfenster für die Tierwelt berücksichtigt
  • Tabuzonen abgegrenzt
  • Lebensraumangebote für die Tierwelt erweitert
  • Fahrwege mit Hohlstegplatten ausgelegt

Heidenelkenflur (§ 62er Biotop)

Zum Ausgleich der verbleibenden Eingriffe in Natur und Landschaft werden u.a. Maßnahmen

  • zur Optimierung vorhandener Feuchtbereiche (A1),
  • zum Schutz wertvoller Biotope (A3) und
  • zur Stärkung des Biotopverbundes (A4)

vorgeschlagen.

Diese Maßnahmen sind Bestandteil eines im Zusammenhang mit dem Weltjugendtag erstellten ökologischen Gesamtkonzeptes.



Inanspruchnahme während der Abschluss-
veranstaltung (mit abgegrenzten Tabuzonen)
Stabilisierungs-, Schutz- und Ausgleichs-
maßnahmen (Ausschnitt)

Am 15.06.2004 wurde der Bauantrag mit landschaftspflegerischen Begleitplan bei der Stadt Sankt Augustin eingereicht. Am 21.07.2004 hat der Landschaftsbeirat beim Rhein-Sieg-Kreis der Befreiung zur Durchführung des Weltjugendtages zugestimmt.

Mitte August 2004 sollte eine weitere Befreiung für die Beseitigung von Kampfmitteln auf dem Flugplatz Hangelar erteilt werden. Gegen diese Befreiung hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Noch bevor über diese Klage entschieden wurde, hat die Weltjugendtag gGmbH den Standort Hangelar aufgegeben.



 
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