Gemeinde Jüchen Umsiedlungsstandort Otzenrath / Spenrath


landschaftspflegerischer Fachbeitrag


Projektdaten
Auftraggeber: Gemeinde Jüchen, Sonderprojekt Umsiedlung
Plangebietsgröße: 55 ha
Stadtplanung: Prof. Ulrich, Aachen
Erschließungsplanung: ISAPLAN GmbH, Leverkusen
Entwässerungsplanung: Büro Fischer Erftstadt
Vermessung: ÖbVI Verfürth-Brand, Grevenbroich
Bearbeitungszeitraum: 1994 - 1995
 

Im Rahmen der Fortführung des Tagebaues Garzweiler II werden die Ortschaften Otzenrath und Spenrath der Gemeinde Jüchen bergbaulich in Anpruch genommen. Zur Umsiedlung der betroffenen Bevölkerung hat die die Gemeinde Jüchen nördlich von Hackhausen / Hochneukirch einen Siedlungsstandort ausgewiesen. Bestandteil des hierfür aufgestellten Bebauungsplan ist der landschaftspflegerische Fachbeitrag.

Grundlage

Bereits im Vorfeld (im Rahmen der Standortsuche) wurden die für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geeigneten Flächen untersucht. Für den Standort Otzenrath / Spenrath wurde festgestellt, dass der Schleider Grund - ein Trockental, welches aber intensiv ackerbaulich genutzt wurde - aufgrund der unterschiedlichen Expositionen und Bodenzusammensetzungen das größte Potential für eine differenzierte Entwicklung beinhaltet.

Funktionsbereiche

Zur Beschreibung der Inhalte des Bebauungsplanes werden Bereiche gleicher Funktion zusammengefasst dargestellt und Maßnahmen beschrieben, die zu einer größtmöglichen ökologischen Funktionsfähigkeit - ohne Einschränkung der geplanten Nutzung - führen sollen.

Als Funktionsbereiche werden z.B. betrachtet:

  • Baugebiete einschließlich privater Grünflächen
  • Ausgleichsfläche Schleider Grund
  • Regenrückhaltebecken
  • sonstige innerörtliche Grünverbindungen
  • Sportplatz, Dorfplatz und Friedhof

landschaftspflegerische Maßnahmen

Die Entwässerung der Baugebiete erfolgt im Trennsystem. Die Dachflächenwässer werden über Kanäle bis an den Schleider Grund geführt, wo sie in offene Gräben einleiten. Diese Gräben führen das Wasser zum Rückhaltebecken am Ende des Schleider Grundes. Gräben und Rückhaltebecken sind landschaftsgerecht gestaltet und reichern die vorhandene - als ausgeräumt zu betrachtende - Landschaft mit feuchtigkeitsabhängigen Strukturen an.

erste Bautätigkeiten und Teil des Grabensystems (Stand 09/2001)

Durch die Anordnung der notwendigen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen innerhalb des Bebauungsplangebietes konnten am Rand der Siedlungsbereiche ca. 13 ha naturnahe Grünflächen angeordnet werden, die nicht nur die Bebauung strukturieren, sondern auch der Bevölkerung für Naherholungszwecke zur Verfügung stehen.



 
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