Verlegung der Inde zwischen Inden und Jülich


Umweltverträglichkeituntersuchung

Projektdaten
Auftraggeber: Rheinbraun AG, Abt. BT3
Plangebietsgröße: 135 ha
Bearbeitungszeitraum: 1994 - 1995
Flora-Fauna Kartierung: IBL, Aachen
 

Im Dreieck zwischen Eschweiler, Jülich und Düren befindet sich der Braunkohlentagebau Inden II. Zur Fortführung des Tagebaus ist es notwendig, die Inde zwischen Inden-Lamersdorf und Jülich-Kirchberg über eine Länge von ca. 11 km zu verlegen.

Ziel der Umweltverträglichkeitsprüfung ist die Findung von aus Sicht der Umwelt günstigen Trassen für die Indeanschlüsse sowie die Festlegung der Ziele, die im Zuge der Wiedernutzbarmachung, insbesondere in Bezug auf die neue Indeflur, verfolgt werden.

Bestand

In einem ersten Schritt wird der Untersuchungsraum durch Erhebungen vor Ort, die Auswertung von Kartenmaterial sowie die Analyse von behördlichen Planungen erfasst. Im Rahmen der Untersuchung werden umfangreiche Erhebungen der Pflanzen- und Tierwelt im Bereich der vorhandenen Indeaue durchgeführt. Diese dienen als fachliche Grundlage für die weiteren Planungen.

Arten- und Biotopschutz

In einem weiteren Schritt werden die Natur- und Landschaftspotentiale für die Funktionsbereiche Wohnen, Erholung, Biotop- und Artenschutz, Wasser-, Boden- und Klimahaushalt sowie nachhaltige Nutzungen bewertet und dargestellt. Hierbei werden die durch die Gewässerverlegung selbst hervorgerufenen Wirkungen berücksichtigt.

Aggregation

Durch eine Überlagerung der Flächenfunktionen werden die Konfliktpotentiale aufgezeigt und wird erkennbar, inwieweit konfliktarme Korridore vorhanden sind und welche Beeinträchtigungen durch die Verlegung der Inde ausgelöst werden. Innerhalb dieser Korridore werden - unter Beachtung der spezifischen Anforderungen einer Gewässerverlegung - die zu untersuchenden Trassen festgelegt.

Für die Gewässerplanung selbst werden Vorgaben gemacht, um die Entwicklung zu einer ökologischen stabilen Gewässeraue zu ermöglichen.
Kernpunkte hierbei sind:

  • Festlegung der Breite der Indeflur (120 m, mind. 70 m)
  • Orientierung an dem Gewässerverlauf vor Begradigung
  • Verwendung von natürlichen Materialien (für Abdichtung oder Erosionsschutz)
  • Bereitstellung von Flächen für eine naturnahe Entwicklung
  • Einbringung von strukturreichem Material in das Mittelwasserbett zur Förderung der Besiedelung mit Pflanzen und Tieren
  • Ausbildung von Kolken und Mulden, Anlage von Kies- und Steinhaufen als Leben- und Rückzugsraum für die Tierwelt
  • Anlage von größeren Röhrichtzonen durch Initialpflanzung
  • Anpassung der Pflanzungen auf die verschiedenen Zonierungen innerhalb der Aue (Weich- und Hartholzaue)
  • Anlage von feuchten Grünländern als extensive Weideflächen

Aus der Umweltverträglichkeitsprüfung geht hervor, dass für beide Anschlussbereiche jeweils eine Trasse gefunden wurde, in der die Beeinträchtigungen der Umwelt als mittel eingestuft werden können. Gleichzeitig konnte die Beanspruchung einiger hochwertiger Schutzgüter (z.B. Bodendenkmäler, Naturschutzgebiete, Gehölzflächen, Böden regionaler Bedeutung) vermieden oder minimiert werden.











 
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